Festnahme von Karawane nach Protest an türkisch-syrischer Grenze

Istanbul/Hannover 31.1.26 – Am Freitag gab die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit in der Stadt Pirsus/Suruc, an der türkisch-syrischen Grenze, eine Erklärung der Solidarität mit den Menschen der belagerten Stadt Kobanê ab. Darin kritisierte sie die internationale Gemeinschaft für ihre Unterstützung der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus und forderte sofortige Hilfe für die Menschen in Nord- und Ostsyrien/Rojava.

Nach der Teilnahme an einer Großdemonstration in Pirsus und ihrer Erklärung an die Presse wurde die Karawane am frühen Abend von der türkischen Polizei festgenommen. Insgesamt wurden 29 Teilnehmende mit unterschiedlichen europäischen Staatsangehörigkeiten, u.a. Irland, Frankreich, England, Deutschland, Spanien und Dänemark, verhaftet. Unter ihnen sind Journalist:innen, Landwirt:innen, Handwerker:innen, Mitglieder eines europäischen Netzwerks gegen Feminizide und Vertreter der Städtepartnerschaft Göttingen-Tirbespiyê (Syrien).

Gegen 19 Uhr Ortszeit stoppte die Polizei die Karawane in der Nähe der Stadt Pirsus/Suruc. Eine offizielle Erklärung für die Festnahme liegt derzeit nicht vor. Die Mitglieder der Karawane wurden in Polizeibussen in die Stadt Riha/Urfa gebracht. Von dort sollen sie laut Informationen von vor Ort nach Istanbul gebracht werden, um aus der Türkei abgeschoben zu werden.

„Das ist das letzte Video aus dem Polizeiauto zum Abschiebegefängnis. Wir rufen alle dazu auf, auf die Straßen zu gehen um die Belagerung der Stadt Kobanê und die Massaker zu beenden. Wir wollen, dass alle die Beteiligung der Türkei in diesem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung sehen. Dass alle ihre Stimme für Rojava erheben“, spricht Anna Ellenberger in den letzten Minuten vor der Verhaftung in die Kamera.

Bereits am 29.1. wurde eine Gruppe von 19 Personen von der Karawane auf ihrem Weg nach Kobanê, nahe der Stadt Mêrdîn/Mardin, von der türkischen Polizei verhaftet und am 30.1. nach Deutschland abgeschoben. Die Teilnehmenden erheben schwere Vorwürfe gegenüber der türkischen Polizei. Sie sprechen von Gewalt und Foltererfahrungen in der Abschiebehaft.

Auch das Mitglied des Deutschen Bundestages, Kassem Taher Saleh, äußerte sich in einer Erklärung, die er zur Unterstützung der Karawane verfasste.

„Ich fordere die Türkei auf, diesen Akt der Menschlichkeit zuzulassen und die Karawane passieren zu lassen. Ebenso fordere ich die Bundesrepublik Deutschland auf, nicht länger die Augen vor den schweren Menschenrechtsverbrechen zu verschließen, die von den islamistischen Milizen unter Führung von Al-Sharaa in Nordostsyrien verübt werden – und vor der Rolle, die regionale Akteure dabei spielen“, schrieb Kassem Taher Saleh.

Repressionen gegen Friedensaktivist:innen sind in der Türkei kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen wurden bereits hunderte Personen im Rahmen von Demonstrationen in Solidarität mit der Bevölkerung in Nord-Ost-Syrien in der Türkei festgenommen. Allein am Samstag, den 24.1.26 wurden nach Angaben der „Vereinigung freiheitlicher Journalist:innen“ ÖHD in Istanbul 95 Menschen bei einer Demonstration gegen die Belagerung von Kobanê in Gewahrsam genommen. Unter ihnen auch der örtliche DEM-Partei Vorsitzende Çınar Altan.

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Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobanê.

Verhaftungen in der Türkei und Protestaktion an der griechisch-türkischen Grenze – Die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit setzt ihren Protest fort

Thessaloniki/Ankara, 29.01.2026 – Um auf die humanitäre Situation und den Krieg in Syrien aufmerksam zu machen, protestierten gestern Mitglieder der „Karawane zur Verteidigungder Menschlichkeit“ an der griechisch-türkischen Grenze. Gleichzeitig wurden Mitglieder der Karawane, die sich auf dem Weg aus der kurdischen Stadt Amed (tr. Diyarbakir) Richtung syrischer Grenze befanden, durch die türkische Polizei Inhaftiert.

„Ich bin von Deutschland aus bis an die griechisch-türkische Grenze gereist, um klarzumachen, dass auch Europa eine Verantwortung dafür trägt, was in Syrien passiert. Es ist ein Skandal, dass die deutsche Regierung schweigt, wenn das türkische Militär in Syrien völkerrechtswidrig Krieg führt. Gerade jetzt muss sieihre diplomatischen Beziehungen nutzen, um auf ein Ende der
Gewalt und ein Ende der Angriffe auf die selbstverwalteten Gebiete zu drängen“, sagt Lea Bunse, die vor einem Jahr selbst durch einen türkischen Drohnenangriff verletzt wurde und gestern an der griechisch-türkischen Grenze protestierte.

Zeitgleich wurde ein Teil der Karawane, der sich bereits in der Türkei befand, durch die türkische Polizei festgenommen. Der Aufenthaltsort der 16 inhaftierten Personen, unter ihnen viele Jugendliche und einige Journalistinnen, ist derzeit noch unklar. Ob und wann sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden, ist bislang unklar. Während ihrer Verhaftung waren sie auf dem Weg von Amed (tr. Diyarbakir) nach Mêrdîn (tr. Mardin), von wo aus sie an die Grenze nach Kobane weiter wollten.

„Wir lassen uns von diesen Repressionen nicht einschüchtern. Die Haltung des türkischen Staates ist nicht neu: Immer wieder stellt er sich an die Seite von Islamisten, schränkt demokratische Rechte ein und verweigert humanitäre Hilfe“, sagt Livia Selmi, die sich aus Italien dem Protest angeschlossen hat.

Währenddessen spitzt sich die humanitäre Lage in der Stadt Kobane und in der gesamten Region der demokratischen Selbstverwaltung weiter zu. In Kobane fehlt es an grundlegender Versorgung, das machen die Nachrichten, die in den letzten Tagen aus der Stadt kommen, deutlich. Die militärischen Angriffe der islamistischen Milizen und der Türkei gehen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter.

„Ich habe mich aus Hannover auf den Weg gemacht, um solidarisch an der Seite der Menschen in Kobane zu stehen. Denn die Situation in der Stadt ist katastrophal: Brot, Wasser, Strom und Medikamente sind kaummehr verfügbar. Gleichzeitig führen islamistische Milizen, die an anderen Orten bereits Massaker an Zivilisten begangen haben, und das türkische Militär, ihre Angriffe fort“, betont Gesa Jonasson.

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Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

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Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit steht vor Grenzübertritt in die Türkei

28. Januar 2026, Thessaloniki – Mit der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ setzen mehr als einhundert Menschen aus über 10 verschiedenen europäischen Ländern ein Zeichen der Solidarität mit der Bevölkerung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES). Diese wird seit Wochen von der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus, mit Unterstützung der türkischen Armee, angegriffen.

Bis nach Thessaloniki zog die Karawane über mehrere Routen durch Europa. Heute plant sie, in die Türkei einzureisen. Von dort setzt sie ihre Reise bis an die syrisch-türkische Grenze zur Stadt Kobane fort. Dort wollen die Teilnehmer*innen die Menschen in ihrem Widerstand gegen die Belagerung der Stadt unterstützen und auf die dramatische humanitäre Lage vor Ort aufmerksam machen.

Wir stehen an der Seite der Menschen in Nord- und Ostsyrien und unterstützen ihren Einsatz für Demokratie, Frieden und Freiheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie erneut vor der Herrschaft von Islamist:innen zittern müssen. Rojava zu verteidigen bedeutet, die Menschlichkeit zu verteidigen“, so Ségolène Ogier, die aus Frankreich an der Karawane teilnimmt.

Mitten im syrischen Bürgerkrieg der letzten Jahre wurde mit der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES), auch bekannt als Rojava, ein demokratisches Gesellschaftsmodell aufgebaut. Dieses stellt die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, den Aufbau demokratischer Räte und eine ökologische Wirtschaft ins Zentrum. Im Norden Syriens ist so ein friedliches Zusammenleben vielfältiger ethnischer und religiöser Gruppen ermöglicht worden, darunter Kurd:innen, Araber:innen, Assyrer:innen, Christ:innen und Drus:innen.

Die nun durch Truppen der syrischen Übergangsregierung belagerte Stadt Kobanê wurde 2014 zum internationalen Symbol des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat. Durch den Widerstand der Bevölkerung und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) konnte die Stadt verteidigt, der IS immer weiter zurückgedrängt und schließlich 2017 militärisch besiegt werden.

Die Menschen, die die Welt vor dem Islamischen Staat befreiten, der auch in Europa für Angst und Schrecken sorgte, werden heute erneut von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen“, so Gesa Jonasson, eine der Sprecherinnen der Karawane.

Die Teilnehmer*innen der Karawane kritisieren die fehlende Haltung der europäischen Staaten gegen die Regierung in Damaskus und fordern die politische Anerkennung der Demokratischen Selbstverwaltung. Anstatt die dokumentierten Kriegsverbrechen der syrischen Übergangsregierung zu verurteilen, wird der selbsternannte syrische Präsident al-Scharaa als Staatsgast empfangen.

Die schweren Angriffe, die katastrophale humanitäre Situation und die stattfindenden Vertreibungen durch die syrische Armee mit Unterstützung der türkischen Armee destabilisieren zunehmend die gesamte Region. Zugleich gefährden sie die Sicherheit Europas. Bereits jetzt konnten infolge der Angriffe hunderte IS-Gefangene aus den Gefängnissen in Nord- und Ostsyrien entkommen. Damit droht ein Wiedererstarken des IS.

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Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

Zwei in Syrien verletzte Deutsche schließen sich Karawane nach Kobane an

27.01.2026, ThessalonikiDie deutschen Friedensaktivist:innen Lea Bunse und Jakob Rihn haben sich der Aktion „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ angeschlossen. Beide wurden vor einem Jahr bei der zivilen Verteidigung des Tişrîn-Staudamms am Euphrat in Nord- und Ostsyrien durch türkische Drohnenangriffe verletzt. Nun wollen sie bis an die türkisch-syrische Grenze reisen, um medizinische Unterstützung zu leisten und auf die dramatische Versorgungslage im Norden Syriens aufmerksam zu machen.

Lea Bunse, Umweltaktivistin aus dem Landkreis Heilbronn, und Jakob Rihn, Physiotherapeut aus Brandenburg, waren bereits im Januar des vergangenen Jahres Teil der Friedenswache am Tişrîn-Staudamm. Damals war es zu schweren Angriffen auf die demokratische Selbstverwaltung durch islamistische Milizen, unterstützt durch die türkische Armee gekommen. Dabei wurden 22 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

Wir haben am eigenen Körper erfahren, was es bedeutet, unter Beschuss verletzt zu werden – und wie schwierig die medizinische Versorgung und humanitäre Situation in einer solchen Situation ist. Daher ist die Arbeit der medizinischen Kräfte vor Ort so wichtig, sagt Lea Bunse.

Damals kamen tausende von Menschen aus allen Teilen Nord- und Ostsyriens zusammen, um diese wichtige zivile Infrastruktur Syriens, die Strom für Millionen Haushalte lieferte, zu schützen und seine Zerstörung zu verhindern. Sie stellten sich mit ihren eigenen Körpern den islamistischen Milizen und den Drohnenangriffen entgegen.

Bunse und Rihn wurden bei gezielten Drohnenangriffen der türkischen Armee auf die zivile Mahnwache verwundet. Die medizinische Erstversorgung der Verletzten erfolgte damals unter extremen Bedingungen, da auch Krankenwagen und medizinisches Personal selbst Ziel von Angriffen wurden.

Aufgrund unserer Verletzungen mussten wir zurück nach Deutschland. Doch im Herzen sind wir immer noch an der Seite der Menschen dort.Alles was gerade passiert erinnert uns an die Situation von vor einem Jahr. Wieder werden Zivilisten gezielt angegriffen. Wieder wird versucht das demokratische Zusammenleben der Menschen in Syrien zu zerstören“, so Rihn.

Mit ihrer Teilnahme an der Karawane möchten sie nicht nur Öffentlichkeit schaffen, sondern auch konkrete medizinische Unterstützung leisten. Außerdem wollen sie internationale Hilfsorganisationen auffordern, sich klar gegen die anhaltenden Kriegsverbrechen zu positionieren. Auch Spenden wollen sie, zusammen mit dem Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurdistanê), für die Unterstützung der Menschen organisieren. Für all diese Anliegen haben sie sich als „Medical Support Caravan“ zusammengeschlossen.

Beide stehen für Interviews und Pressegespräche zur Verfügung.

Pressekontakte:

Lea Bunse und Jakob Rihn +491639485993

E-Mail zur Medical Support Caravan: medicalsupportcaravan@proton.me

E-mail: medicalsupportcaravan@proton.me

Instagram: @Medicalvisabilitycaravan

Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Ziele der internationalen Karawane ist es, das internationale Schweigen angesichts der Verbrechen des syrischen Militärs zu brechen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzten. Ihr Reiseziel ist die kurdische Stadt Kobane in Syrien, die derzeit vom Militär der islamistischen Übergangsregierung des syrischen Staates angegriffen und belagert wird.

Karawane ist auf dem Weg nach Belgrad

Karawane ist auf dem Weg nach Belgrad

Tag III

Am dritten Tag der Karawane kamen die verschiedenen Routen in Wien zusammen. Hier fand eine gemeinsame Pressekonferenz statt, an der zahlreiche Vertreter*innen der Presse teilnahmen. Nach einer lauten und kraftvollen Demonstration am Mittag setzte sich die Karawane um 13 Uhr erneut in Bewegung Richtung Belgrad, Serbien. Dort wird die Karawane über Nacht bleiben, bevor es morgen weiter nach Thessaloniki, Griechenland, geht.

Morgen, am Welt-Kobane-Tag, beginnen wir um 9 Uhr mit einer Pressekonferenz im Migrant Park, bevor wir um 10 Uhr nach Thessaloniki aufbrechen.

Menschen aus vielen verschiedenen Ländern und Regionen Europas und der ganzen Welt nehmen inzwischen an der Karawane teil:
aus Frankreich, Italien, Schottland, Irland, Deutschland, Katalonien, dem Vereinigten Königreich, Kurdistan, Luxemburg, Kolumbien, der Schweiz, Österreich und der Slowakei.

Also bleibt dran! Berxwedan Jîyan e! Bis bald auf der Straße!

„Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ auf dem Weg nach Kobane – Solidarität kennt keine Grenzen

26.01.2026, Belgrad – Mit mehr als 100 Menschen aus über zehn Ländern ist die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ bereits seit drei Tagen quer durch Europa auf dem Weg zur syrisch-türkischen Grenze. Gestern Abend erreichte sie die serbische Stadt Belgrad. Voraussichtlich am Mittwoch, dem 28. Januar, wird sie die Grenze zur Türkei passieren und die Europäische Union verlassen.

„Wir sind froh, dass wir es schon bis nach Belgrad geschafft haben und unserem Ziel Kobane näher kommen. Belgrad ist dabei eine wichtige Station, denn die Stadt steht symbolisch für die Fluchtbewegung vieler tausend Menschen nach Europa“, so Gesa Jonasson, Sprecherin der Karawane.

Der Krieg in Syrien und der Islamische Staat (IS), der über viele Jahre einen Großteil des Landes kontrollierte, zwangen Hunderttausende in Syrien zur Flucht. Nun erstarken islamistische Kräfte erneut. Zu diesen zählt aber nicht nur der sich reorganisierende IS, sondern auch die syrische Übergangsregierung selbst. Mit Ahmed al-Scharaa ist ein ehemaliger Dschihadist, der sich nun internationale Anerkennung verschafft hat, an die Spitze des Staates gekommen.

Auf diese Gefahr wurde bei vielen Demonstrationen und Kundgebungen entlang der Route der Karawane immer wieder hingewiesen – eine Bedrohung, die nicht nur die Menschen vor Ort betrifft, sondern auch Auswirkungen auf die Sicherheit in Europa haben kann.

„Die demokratische Selbstverwaltung in Syrien, die den IS besiegte und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in Syrien ermöglichte, wird nun erneut von islamistischen Kräften bedroht. Deswegen machen wir uns auf den Weg nach Kobane“, so Jonasson weiter.

Die Unterstützung, die die Karawane bisher auf ihrem Weg erfahren hat, ist groß. In allen Städten ihrer Route, ob in Zürich, Milano, Leipzig, Wien oder nun in Belgrad, wurden sie von vielen Menschen empfangen und versorgt.

„Die Stimmen der Protestierenden in Europa, Solidaritätskampagnen und auch unsere Karawane, werden von den Menschen in Kobane und der Region gehört“, freut sich Zozan Kisa.

Erst gestern Abend hatte der Oberkommandierende der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) Mazlum Abdi live im Fernsehen Ronahi TV erklärt: „Die weltweite Solidarität und Unterstützung wirkt sich positiv auf die internationalen Mächte aus. Gleichzeitig stärkt und motiviert es unsere Kräfte in der Region. Solange die Zukunft Rojavas ohne Garantie bleibt, muss die Solidarität andauern“.

Heute um 9 Uhr wird die Karawane im Luka Ćelović Park eine Kundgebung abhalten und ein Pressestatement abgeben. Dort wird es für Journalist:innen die Möglichkeit geben mit Teilnehmenden der Karawane Interviews zu führen.

Von dort aus führt der Weg weiter über Thessaloniki, Ankara und schließlich bis nach Kobane.

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Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“
Die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit ist die selbstorganisierte europäische Antwort auf den Krieg gegen die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

Humanitäre Krise in Kobane – Unterstützung aus aller Welt auf dem Weg in die Stadt

24.01.2026, Wien – Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ erreicht mit über 100 Menschen das österreichische Wien. Auf vier verschiedenen Routen haben sich Menschen aus Europa auf den Weg nach Kobane gemacht, um die Menschen vor Ort in ihrem Widerstand gegen die Belagerung durch die syrische Armee zu unterstützen.

„Heute haben uns Nachrichten erreicht, dass die Versorgung in der Stadt Kobane zusammengebrochen ist. Die islamistische syrische Armee versperrt alle Zugangswege in die Stadt. Zwischen diesen Soldaten und dem Islamischen Staat, der vor einigen Jahren die Stadt angriff, ist kein großer Unterschied. Wie kann es sein, dass diese Stadt und ihre Bewohner:innen, die zum Symbol des Widerstands gegen den IS wurden, in dieser schwierigen Situation allein gelassen werden“, kritisiert Gesa Jonasson, Sprecherin der Karawane.

Die Teilnehmer:innen der Karawane sind aus verschiedenen Regionen Europas zusammengekommen unter anderem aus Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Katalonien und England. Die weiteste Anreise hatten Teilnehmende aus Kolumbien.

„Wir in Kolumbien wissen, was es heißt, im Krieg zu leben. Auch unser Land wurde zerstört. Doch die starken Frauen in Rakka, die ich auf meiner Reise in die Region 2025 kennengelernt habe, haben mich mit ihrem Mut und Widerstand gegen den IS sehr beeindruckt“, betont Lalo Londono aus Kolumbien.

Viele Jahre war die arabische Stadt Rakka die Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staates (IS), bis sie im Oktober 2017 von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) befreit wurde. Unter den Kämpfer:innen waren auch viele arabische Frauen aus der Region. Vor wenigen Tagen nahm die syrische Armee die Stadt gegen den Widerstand der SDF ein. Viele Teilnehmende der Karawane eint die Sorge, dass durch den Krieg der Regierung aus Damaskus islamistische Kräfte wie der IS in der gesamten Region wieder erstarken. Bereits nach der Machtübernahme der selbsternannten Übergangsregierung war es zu Massakern an verschiedenen Minderheiten in Syrien gekommen.

„Die demokratische Selbstverwaltung steht für direkte Demokratie, Freiheit der Frau und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, wie Drusen, Kurden, Assyrer und vielen mehr. Das nun genau diesen Menschen eine humanitäre Katastrophe droht, wie gerade in Kobane, können wir nicht schweigend hinnehmen“, sagt Zozan Kisa, Teilnehmende der Karawane.

Am 25.01.2026 findet eine Kundgebung mit einem Pressetermin auf dem Heldenplatz in Wien statt. Von dort aus wird die Karawane ihren Weg über Serbien, Griechenland und die Türkei zur syrisch-türkischen Grenze fortsetzen.

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Teilnehmende der Karawane aus Frankfurt am Main: Zozan Kisa + 49 157 332 08412
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„Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ – Mehr als 100 Teilnehmende der Karawane auf dem Weg in die Stadt Kobanê

23.01.2026, Frankfurt am Main – Nachdem gestern die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ mit einer Pressekonferenz ihren Start ankündigte, schlossen sich an ihrem ersten Tage mehr als 100 Teilnehmende an. Auf zwei Routen in Deutschland, von Köln über Frankfurt und Freiburg bis nach Zürich, und von Hannover über Kassel bis nach Leipzig, nähert sich die Karawane ihrem Zwischenziel Wien. Zur gleichen Zeit startete ein Konvoi der Karawane aus der französischen Stadt Lyon in Richtung Turin.

Die vielen Menschen aus unterschiedlichen Teilen Europas verbindet das gemeinsame Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung der demokratischen Selbstverwaltung in Syrien zu setzen. Zudem wollen sie mit ihrer Aktion das internationale Schweigen über die Kriegsverbrechen der syrischen islamistischen Armee brechen. Dafür machten sie sich heute auf den Weg. Ihr Ziel: die kurdische Stadt Kobane in Syrien. Diese ist derzeit von der syrischen Armee umzingelt. Berichten zufolge wurde die Strom- und Wasserversorgung durch die syrische Arme unterbrochen und auch das Internet funktioniert nicht.

Am heutigen Tag startete auch in Frankreich ein Konvoi der Karawane. Nach einer Pressekonferenz machten sich mehrere Autos auf den Weg Richtung Wien. „Das sich bereits am ersten Tag mehr als 100 Menschen der Karawane angeschlossen haben, ist ein großer Erfolg und ein starkes Zeichen der Solidarität“, bewertet Gesa Jonasson, Sprecherin der Karawane.

In Deutschland führten die Routen der einzelnen Konvois durch viele unterschiedliche Städte. In diesen wurden sie immer wieder von hunderten Menschen empfangen, verpflegt und Unterkünfte für die Nacht organisiert. „Die Unterstützung die wir auf unserem Weg bisher erhalten haben, ist überwältigend. Tausende Menschen sind jetzt schon in diese Aktion involviert“, sagt Gesa Jonasson weiter.

In den unterschiedlichen Städten nahm die Karawane an lokalen Kundgebungen und Demonstrationen teil, die sich u.a. gegen die Menschenrechtsverletzungen der syrischen Armee richteten. In vielen Redebeiträgen, wie auf der Kundgebung in Kassel, wurde die Gefahr thematisiert, die vom Erstarken des Islamischen Staates in Syrien ausgehe. Zozan Kisa, die sich in Frankfurt der Karawane angeschlossen hatte, betont dazu: „Die syrische Armee an sich besteht aus islamistischen Gruppen und hat nun einige Gefängnisse, in denen Mitglieder des Islamischen Staates von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) bisher bewacht wurden, geöffnet. Immer wieder hören wir wie viel Angst die Menschen in Syrien, im besonderen Gruppen wie die Kurden, Eziden, Alawiten und Christen, vor diesen Entwicklungen haben. Doch nicht nur in Syrien sind die Menschen besorgt. Auch in Europa hat der Islamische Staat in den letzten Jahren viele Anschläge verübt. „Die Syrischen Demokratischen Kräfte haben gegen den IS auch für unsere Sicherheit gekämpft“, betont eine Teilnehmerin der Kundgebung in Frankfurt am Main.

Morgen (24.01.) wird die Karawane in München einen Zwischenstopp machen. Dort wird um 13:00 Uhr zu einer Pressekonferenz im Kulturladen Westend, Ligsalzstraße 36, eingeladen. Auf dieser wird sich die Karawane erneut der Öffentlichkeit vorstellen. Pressevertreter:innen sind herzlich eingeladen.

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„Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ fährt durch Leipzig nach Kurdistan

23.01.2026 – Am Freitag, den 23. Januar, wird die Autokarawane zur Verteidigung der Menschlichkeit, die am Donnerstag in Hannover gestartet ist und bis nach Kobanê (Nord-/Ost Syrien) fahren will, durch Leipzig fahren. Um 18 Uhr wird es eine Pressekonferenz im kurdischen Verein (Eisenbahnstraße 53) geben.

Gesa Jonasson, Sprecherin der Gruppe, sagt: „In Nord- und Ostsyrien droht ein Genozid. Das lassen wir nicht zu. Die Bilder vom Kampf um Kobanê und vom Genozid im Shengal von 2014 sind unsere Mahnung, dass so etwas nie wieder passieren darf. Damals hat die Weltbevölkerung zu lange zugeschaut, dass darf nicht nochmal passieren.“

Die Situation in Nord-/Ost Syrien ist katastrophal. In den letzten Tagen wurden tausende IS-Kämpfer durch die HTS aus den Gefängnissen freigesetzt. Schon jetzt kam es zu Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Versklavung von Frauen durch Islamisten. Die Stadt Kobanê ist derzeit von der Außenwelt abgeschnitten, seit Tagen ohne Strom und Wasser. Derzeit strömen tausende Menschen aus ganz Kurdistan nach Kobanê. 

Gesa Jonasson sagt weiter „Freunde und Familie fragen uns, ob wir bekloppt sind uns so einer Gefahr auszusetzen. Uns muss bewusst sein, was für einer Gefahr wir uns alle aussetzen, wenn in Syrien ein neuer Islamischer Staat errichtet wird. Die Jihadisten werden nicht in Kobane Halt machen, sie werden weiterziehen, sind unkontrollierbar. Die Staaten stellen sich gegen die Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien. Aber die Gesellschaften stehen an der Seite der Bevölkerung und davon sind auch wir ein Teil“.

Die Karawane ruft alle Menschen in Europa, und insbesondere Medienschaffende dazu auf, zu unterstützen, zu berichten und sich der Karawane anzuschließen.

Pressekontakt für Interviews und Rückfragen unter +491631439287

Instagram: @peoplescaravan

„Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ nach Syrien startet in Hannover – Teilnehmende protestieren gegen Kriegsverbrechen der syrischen Armee und rufen zur Teilnahme auf

22.1.2026, Hannover – Heute um 16 Uhr wurde auf einer Pressekonferenz, die im Rahmen einer Großdemonstration in Hannover stattfand, die Karawane der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziele der internationalen Karawane ist es, das internationale Schweigen angesichts der Verbrechen des syrischen Militärs zu durchbrechen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzten. Ihr Reiseziel ist die kurdische Stadt Kobane in Syrien, die derzeit vom Militär der islamistischen Übergangsregierung des syrischen Staates angegriffen wird.

Seit Anfang Januar ist der Krieg in Syrien erneut ausgebrochen. Die islamistische Übergangsregierung unter Ahmed al-Scharaa hatte die überwiegend kurdisch und christlich bewohnten Viertel der syrischen Stadt Aleppo mit schweren Waffen angegriffen und Zehntausende zur Flucht gezwungen. Doch bei diesen Angriffen blieb es nicht. Die Armee rückte weiter in die Gebiete vor, die vor einigen Jahren vom s.g. Islamischen Staat durch das multiethnische Militärbündnis der Demokratischen Syrischen Kräfte (SDF) befreit wurden. Mit ihrer Befreiung wurden sie Teil des basisdemokratischen Systems der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien.

Zur Karawane betonte die Sprecherin Gesa Jonasson: „Wir sind eine vielfältige Gruppe von Menschen und Organisationen aus Europa. Mit der Karawane antworten wir auf den Aufruf kurdischer Organisationen und Gemeinschaften aus Nord- und Ostsyrien, die um internationale Unterstützung und Aufmerksamkeit bitten“.

Um diese Unterstützung zu geben und Aufmerksamkeit herzustellen, wird die Karawane aus Deutschland über zwei verschiedene Routen, von Hannover und Köln, nach Wien fahren. Zwischenstopps werden in Kassel, Frankfurt, Leipzig, Freiburg, Zürich und München sein. Von Wien, wo weitere Konvois aus anderen Teilen Europas wie Italien zusammenkommen werden, wird sie ihren weiteren Weg über die Türkei nach Syrien einschlagen.

Wir werden nicht akzeptieren, dass die wichtigen Errungenschaften in der Region, wie direkte Demokratie durch Kommunen und Räte, die Gleichstellung der Geschlechter und Religionen, erneut durch islamistische Kräfte zerstört werden sollen“, betonteJonasson weiter. „Wir haben die Massaker des Islamischen Staates nicht vergessen, die in der Region, aber auch auf der ganzen Welt stattgefunden haben“.

Die Karawane kritisiert zudem die Unterstützung der islamistischen Regierung unter Ahmed al-Scharaa durch westliche Staaten. Während die islamistische Armee die kurdische Bevölkerung vertrieb, besuchte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen al-Scharaa in Damaskus und sicherte ihm Unterstützung in Millionenhöhe zu“.

Am 23.1. um 8 Uhr wird sich die Karawane von der Kornstraße 17. in Hannover auf den Weg machen. Die Veranstalter:innen rechnen mit viel Unterstützung und einer großen Verabschiedung. Aufgerufen sind alle, sich der Karawane anzuschließen.

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In Hannover: Gesa Jonasson +49 163 1439287
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