28. Januar 2026, Thessaloniki – Mit der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ setzen mehr als einhundert Menschen aus über 10 verschiedenen europäischen Ländern ein Zeichen der Solidarität mit der Bevölkerung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES). Diese wird seit Wochen von der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus, mit Unterstützung der türkischen Armee, angegriffen.
Bis nach Thessaloniki zog die Karawane über mehrere Routen durch Europa. Heute plant sie, in die Türkei einzureisen. Von dort setzt sie ihre Reise bis an die syrisch-türkische Grenze zur Stadt Kobane fort. Dort wollen die Teilnehmer*innen die Menschen in ihrem Widerstand gegen die Belagerung der Stadt unterstützen und auf die dramatische humanitäre Lage vor Ort aufmerksam machen.
„Wir stehen an der Seite der Menschen in Nord- und Ostsyrien und unterstützen ihren Einsatz für Demokratie, Frieden und Freiheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie erneut vor der Herrschaft von Islamist:innen zittern müssen. Rojava zu verteidigen bedeutet, die Menschlichkeit zu verteidigen“, so Ségolène Ogier, die aus Frankreich an der Karawane teilnimmt.
Mitten im syrischen Bürgerkrieg der letzten Jahre wurde mit der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES), auch bekannt als Rojava, ein demokratisches Gesellschaftsmodell aufgebaut. Dieses stellt die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, den Aufbau demokratischer Räte und eine ökologische Wirtschaft ins Zentrum. Im Norden Syriens ist so ein friedliches Zusammenleben vielfältiger ethnischer und religiöser Gruppen ermöglicht worden, darunter Kurd:innen, Araber:innen, Assyrer:innen, Christ:innen und Drus:innen.
Die nun durch Truppen der syrischen Übergangsregierung belagerte Stadt Kobanê wurde 2014 zum internationalen Symbol des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat. Durch den Widerstand der Bevölkerung und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) konnte die Stadt verteidigt, der IS immer weiter zurückgedrängt und schließlich 2017 militärisch besiegt werden.
„Die Menschen, die die Welt vor dem Islamischen Staat befreiten, der auch in Europa für Angst und Schrecken sorgte, werden heute erneut von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen“, so Gesa Jonasson, eine der Sprecherinnen der Karawane.
Die Teilnehmer*innen der Karawane kritisieren die fehlende Haltung der europäischen Staaten gegen die Regierung in Damaskus und fordern die politische Anerkennung der Demokratischen Selbstverwaltung. Anstatt die dokumentierten Kriegsverbrechen der syrischen Übergangsregierung zu verurteilen, wird der selbsternannte syrische Präsident al-Scharaa als Staatsgast empfangen.
Die schweren Angriffe, die katastrophale humanitäre Situation und die stattfindenden Vertreibungen durch die syrische Armee mit Unterstützung der türkischen Armee destabilisieren zunehmend die gesamte Region. Zugleich gefährden sie die Sicherheit Europas. Bereits jetzt konnten infolge der Angriffe hunderte IS-Gefangene aus den Gefängnissen in Nord- und Ostsyrien entkommen. Damit droht ein Wiedererstarken des IS.
Pressekontakte:
Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287
Weitere Sprecher:innen für unterschiedlichen Sprachen sind unter dem allgemeinen Kontakt des Presseteams zu erreichen +31 6130 48773
Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“
Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.
