26.01.2026, Belgrad – Mit mehr als 100 Menschen aus über zehn Ländern ist die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ bereits seit drei Tagen quer durch Europa auf dem Weg zur syrisch-türkischen Grenze. Gestern Abend erreichte sie die serbische Stadt Belgrad. Voraussichtlich am Mittwoch, dem 28. Januar, wird sie die Grenze zur Türkei passieren und die Europäische Union verlassen.
„Wir sind froh, dass wir es schon bis nach Belgrad geschafft haben und unserem Ziel Kobane näher kommen. Belgrad ist dabei eine wichtige Station, denn die Stadt steht symbolisch für die Fluchtbewegung vieler tausend Menschen nach Europa“, so Gesa Jonasson, Sprecherin der Karawane.
Der Krieg in Syrien und der Islamische Staat (IS), der über viele Jahre einen Großteil des Landes kontrollierte, zwangen Hunderttausende in Syrien zur Flucht. Nun erstarken islamistische Kräfte erneut. Zu diesen zählt aber nicht nur der sich reorganisierende IS, sondern auch die syrische Übergangsregierung selbst. Mit Ahmed al-Scharaa ist ein ehemaliger Dschihadist, der sich nun internationale Anerkennung verschafft hat, an die Spitze des Staates gekommen.
Auf diese Gefahr wurde bei vielen Demonstrationen und Kundgebungen entlang der Route der Karawane immer wieder hingewiesen – eine Bedrohung, die nicht nur die Menschen vor Ort betrifft, sondern auch Auswirkungen auf die Sicherheit in Europa haben kann.
„Die demokratische Selbstverwaltung in Syrien, die den IS besiegte und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in Syrien ermöglichte, wird nun erneut von islamistischen Kräften bedroht. Deswegen machen wir uns auf den Weg nach Kobane“, so Jonasson weiter.
Die Unterstützung, die die Karawane bisher auf ihrem Weg erfahren hat, ist groß. In allen Städten ihrer Route, ob in Zürich, Milano, Leipzig, Wien oder nun in Belgrad, wurden sie von vielen Menschen empfangen und versorgt.
„Die Stimmen der Protestierenden in Europa, Solidaritätskampagnen und auch unsere Karawane, werden von den Menschen in Kobane und der Region gehört“, freut sich Zozan Kisa.
Erst gestern Abend hatte der Oberkommandierende der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) Mazlum Abdi live im Fernsehen Ronahi TV erklärt: „Die weltweite Solidarität und Unterstützung wirkt sich positiv auf die internationalen Mächte aus. Gleichzeitig stärkt und motiviert es unsere Kräfte in der Region. Solange die Zukunft Rojavas ohne Garantie bleibt, muss die Solidarität andauern“.
Heute um 9 Uhr wird die Karawane im Luka Ćelović Park eine Kundgebung abhalten und ein Pressestatement abgeben. Dort wird es für Journalist:innen die Möglichkeit geben mit Teilnehmenden der Karawane Interviews zu führen.
Von dort aus führt der Weg weiter über Thessaloniki, Ankara und schließlich bis nach Kobane.
Pressekontakte:
Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287
Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773
Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“
Die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit ist die selbstorganisierte europäische Antwort auf den Krieg gegen die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.
