Wir verteidigen Rojava – Wir verteidigen die Menschlichkeit! Gemeinsam werden wir unsere Kämpfe ausweiten!


Erklärung der Peoples’ Caravan zur Verteidigung der Menschlichkeit und dem Demokratischen Kongress der Völker (HDK)

Mit dem Aufruf der demokratischen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien zur Generalmobilmachung am 18. Januar 2026 begann eine neue Phase in der Verteidigung der Revolution.

Im Bewusstsein, dass die Rojava-Revolution vor der Frage ihrer Existenz stand, übernahmen Hunderttausende auf der ganzen Welt die Verantwortung für ihre Verteidigung. Doch sie verteidigten nicht nur die Revolution in Rojava, sondern die Menschlichkeit, die Hoffnung auf eine demokratische Gesellschaft, auf die Befreiung der Frau und die Möglichkeit eines friedlichen und ökologischen Lebens.

Getragen vom Geist des Widerstands an den Grenzen zu Rojava, auf den Straßen der Metropolen Europas, in den Schützengräben Kobanês und im Bewusstsein der Geschichte des Internationalismus erhoben unzählige Menschen ihre Stimme zu einem gemeinsamen “NO PASARAN” – Für den Faschismus wird es kein Durchkommen geben! Mit dieser Parole des Internationalismus der spanischen Revolution stellten sie sich an die Seite der Menschen in Rojava. In diesem Geiste wollten sie die Grenzen zwischen sich und der Stadt Kobanê, dem Symbol des Widerstands gegen den IS und der Freiheit, zum Einsturz bringen.

So begann die Peoples’ Caravan. Eine Karawane der Solidarität und des gelebten Internationalismus von Kolumbien, Frankreich, Italien, Dänemark, der Schweiz, Slowenien, Katalonien, England, Irland, Kurdistan, dem Iran, Deutschland und Österreich, bis in die Stadt Kobanê. Eine Karawane der Menschen, von Musiker:innen, Journalist:innen, Handwerker:innen, Physiotherapeut:innen, Rettungssanitäter:innen, Filmemacher:innen, Ärzt:innen und Landwirt:innen. Von Demokrat:innen, Sozialist:innen, Anarchist:innen, Kommunist:innen und Feminist:innen. Über ihre Unterschiede hinweg vereinte sie der Wille zur Verteidigung eines würdevollen Lebens. So verbanden sich hundert Menschen, aus mehr als 13 Regionen dieser Welt, in einem gemeinsamen Ruf zur Verteidigung der Revolution von Rojava.

Vom ersten Kilometer der langen Reise an verkörperte die Karawane die Werte der Revolution. Sie wurde getragen durch die Stärke der Frauen und ihrer autonomen Organisation, ihrer Verbundenheit mit der Gesellschaft und ihrer Ethik. Sie wurde getragen durch die Spontanität der Jugend, durch gegenseitige Solidarität und geteilte Hoffnung. Bei jedem Halt der Karawane versammelten sich Hunderte um sie zu begrüßen, fanden sich Familien, um sie zu verpflegen und auf den weiteren Weg zu verabschieden.

Ein Teil der Karawane erreichte die griechisch-türkische Grenze, wo sie ein starkes Zeichen des Widerstands und der Solidarität setzten. Weitere Internationalist:innen der Karawane erreichten die kurdische Stadt Amed, wo sie sich gemeinsam mit der Jugend der DEM-Partei im Widerstand des kurdischen Volkes vereinten und ihre internationalistische Verantwortung übernahmen. So erreichte ein Teil der Karawane Istanbul, wo sie Trauer, Schmerz und den Willen zum Widerstand mit den Samstagsmüttern teilten.

Doch der türkische Staat versuchte der Karawane ihren Weg nach Kobanê zu versperren. Bereits am 28. Januar wurden 16 Internationalist:innen auf ihrem Weg von Amed nach Merdîn von der türkischen Polizei gestoppt, verhaftet, misshandelt und abgeschoben.

In Istanbul verband sich die Karawane mit der Delegation des Demokratischen Kongress der Völker (HDK), um ihren Weg fortzusetzen. Am Abend des 29. Januar machte sich die Karawane, zusammen mit dem HDK und der DEM-Partei, mit starkem Widerstandsgeist und großer Solidarität auf den Weg in die Stadt Suruç, die nahe des Grenzübergangs zum belagerten Kobanê liegt. Ihre Reise wurde von Gesängen und Parolen in verschiedenen Sprachen begleitet.

Durch diese gelungene Aktion konnte der türkische Staat uns nicht am Erreichen der Stadt Suruç hindern. Am 30. Januar nahmen die Bewohner:innen von Suruç die Karawane freudig in Empfang. Auf einer kraftvollen Demonstration wurden der gemeinsame Widerstand und die Unterstützung für Kobanê erneut bekundet.

Wie Kobanê ist auch Suruç zu einem Symbol geworden. Vor elf Jahren wurde Suruç durch die Initiative der sozialistischen Jugendbewegung zu einem der stärksten Beispiele revolutionärer Solidarität. Junge Menschen aus allen Teilen der Türkei hatten sich im Kulturzentrum Amara versammelt, um gemeinsam die Grenze nach Kobanê zu überqueren und beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen. Am 20. Juli 2015 wurden 33 dieser Genossinnen und Genossen bei einem Bombenanschlag des Islamischen Staates getötet. Bis heute sind ihre Namen nicht vergessen und stehen weiterhin für die Solidarität der Völker.

Heute, als Peoples‘ Caravan und als Demokratischer Kongress der Völker, teilen wir die Ehre, uns in Suruç im selben Traum und im selben Kampf der 33 Genoss:innen zu versammeln. Gemeinsam, als Genossinnen und Genossen der Peoples‘ Caravan und des Demokratischen Kongress der Völker haben wir die Verantwortung übernommen, die Revolution in Rojava zu unterstützen, zu verteidigen und auszuweiten. Dafür riskieren wir jede Form von Angriffen. Für die Karawane bedeutete dies Verhaftung, Inhaftierung, Gewalt und Folter, und schließlich ihre Abschiebung. Doch dies war kein Missgeschick, sondern der Leitspruch der Karawane: „Wir verteidigen Rojava – wenn nötig bis zur Abschiebung“. Die Karawane hatte sich dem internationalistischen Aufruf angeschlossen, keine der künstlichen Grenzen zu akzeptieren und auf diesem Weg die Genossenschaftlichkeit mit allen die Widerstand leisten zu begründen.

In diesem Geist wurden wir in weniger als einem Tag zu Geschwistern füreinander. Es gab kein „Wir“ und „Ihr“, kein „Ich“ und „Du“, sondern nur eine gemeinsame Stimme des Internationalismus in der Verteidigung der Menschlichkeit.

Doch der türkische Staat konnte die Anwesenheit der Karawane nicht akzeptieren. So wurden fast 30 weitere Genoss:innen verhaftet und in Abschiebehaft genommen, wo sie Folter und Misshandlung ausgesetzt waren, bis sie in ihre Heimatländer abgeschoben wurden. Doch in jeder Stadt in die sie abgeschoben wurden, begrüßten Freunde, Genoss:innen und Familien sie mit großem Enthusiasmus. So trug sich der Widerstandsgeist von Kobanê erneut in jede Ecke Europas.

Selbst mit der Inhaftierung der Karawane in Suruç konnte der türkische Staat die Stimme der Geschwisterlichkeit nicht verstummen lassen. Denn die Karawane ist überall dort, wo Menschen an die Kraft des Internationalismus glauben. Vier weitere Freund:innen der Karawane, die seit Tagen den Widerstand der Menschen in Amed gegen die Angriffe auf Rojava begleiteten, wurden in einer Polizeioperation festgenommen und abgeschoben, um die Verbindung zwischen den Völkern zu zerstören.

Alle unsere 50 Freund:innen, die in den letzten Tagen die Grenze in die Türkei passierten, sich auf den Weg nach Kobanê machten, verhaftet und abgeschoben wurden, verdienen all unseren Respekt und unsere Hochachtung. Die Angriffe auf sie richteten sich gegen ihren gelebten Internationalismus. Ein Internationalismus, der den kommunalistischen Sozialismus gegen Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Militarismus verteidigt. Einen Internationalismus, der den Willen der Völker für ein gleichberechtigtes und freies Zusammenzuleben verteidigt.

Im Geiste dieses Internationalismus rufen wir alle Menschen weltweit auf: Verstärkt eure Solidarität mit allen Menschen, die für Freiheit kämpfen! Stehen wir geschlossen gegen die Angriffe auf die Rojava-Revolution und schließen wir die Reihen in der Verteidigung der Menschlichkeit!

Wir werden Rojava weiterhin verteidigen! Gemeinsam werden wir unsere Kämpfe ausweiten!

Peoples’ Caravan zur Verteidigung der Menschlichkeit und Demokratischer Kongress der Völker (HDK)

Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit: In der Türkei gefolterte Europäer*innen erwägen rechtliche Schritte gegen türkische Beamte

Hannover – 4. Februar 2026
Letzte Woche reisten verschiedene Gruppen im Rahmen der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit” in die kurdische Region der Türkei. Dort wollten sie ihre Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung der belagerten Stadt Kobanê zum Ausdruck bringen und über die humanitäre Lage in der Region der demokratischen Selbstverwaltung in Syrien berichten.


In den letzten Tagen wurden 50 Personen, die mit der Karawane in Verbindung stehen, von der türkischen Polizei festgenommen und aus der Türkei abgeschoben. Einige der Betroffenen erheben schwere Vorwürfe gegen türkische Beamte. Sie berichten von Misshandlungen während der Haft und sprechen von Schlägen, Tritten und sexueller Gewalt, einschließlich erzwungener Nacktdurchsuchung.


„Wir wurden in Einzelzellen gebracht und teilweise über Stunden hinweg geschlagen“, so Marlene Heldmann, Journalistin und Teilnehmerin der Jugenddelegation. Auch psychologische Folter, wie die Androhung der Hinrichtung, wurde gegen sie angewendet. Die Menschen wurden teilweise stundenlang gefesselt auf dem Boden liegen gelassen. Der Kontakt zu einem Anwalt wurde ihnen verweigert.
Nun beraten sie sich mit Anwältinnen in der Türkei von der „Vereinigung der Anwälte für Freiheit“ (ÖHD) und ihren Heimatländern, um mögliche rechtliche Schritte gegen türkische Beamte einzuleiten. „Durch Inhaftierung, Gewalt, Folter und Abschiebung wollte der türkische Staat uns daran hindern, unsere Solidarität mit den Menschen in Kobanê zum Ausdruck zu bringen und über den Krieg gegen die demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien zu berichten. Es werden alle Mittel eingesetzt, um die Öffentlichkeit daran zu hindern, sich ein eigenes Bild von der Lage vor Ort zu machen“, sagt Marlene Heldmann von der Jugenddelegation, die an der Karawane teilnahm. „Was wir erlebt haben, ist nur ein kleiner Einblick in die alltägliche Gewalt, der die kurdische Bevölkerung und die politische Opposition in der Türkei ausgesetzt sind. Seit Jahren wird die kurdische Bevölkerung und ihr Kampf für ein freies, würdiges Leben kriminalisiert und gewaltsam unterdrückt“, so Zozan Ombor. Erst am Dienstag den 3.2.26 wurden in der Türkei erneut 96 Menschen in einer koordinierten Polizeiaktion festgenommen. Betroffen sind zahlreiche Personen aus Gewerkschaften, der Presse und politischen Organisationen. Unter ihnen sind auch Journalistinnen der Nachrichtenagentur ETHA, die zuvor über die Karawane berichtet hatte. Zwischen dem 1. Januar und 2. Februar dokumentierte die ÖHD demnach mehr als 800 Festnahmen, über hundert Inhaftierungen, Dutzende Fälle von physischer Gewalt sowie zahlreiche Verstöße gegen Kinderrechte und die freie Berufsausübung von Anwält:innen.


„Diese Formen von Gewalt und Folter sind in der Türkei weit verbreitet. Insbesondere die Forderungen und Bemühungen um eine demokratische Gesellschaft sind mit Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung konfrontiert. Deshalb ist der Kampf für einen würdevollen Frieden eine internationalistische Verantwortung“, betont der Demokratische Kongress der Völker (HDK), in der Türkei.
Auch die europäischen Staaten werden von der Karawane für ihre Unterstützung der türkischen Regierung und des islamistischen Regimes in Damaskus kritisiert. „Wie kann es sein, dass autoritäre und islamistische Regierungen wie die in Damaskus und Ankara von europäischen Staaten wie Deutschland oder Frankreich toleriert und unterstützt werden? Wir fordern die europäischen Regierungen auf, die Menschenrechtsverletzungen der Türkei scharf zu verurteilen, die Unterstützung des syrischen Regimes zu beenden und stattdessen die demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien politisch anzuerkennen“, betont Gesa Jonasson.


Die Mitglieder der Delegation stehen für Fragen und Interviews zur Verfügung.

Pressekontakt:
Pressekontakt der Karawane: + 31613048773
(Am besten erreichbar über die Messenger Signal, Whats App und E.Mail)

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“
Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen.
Am 23.2.26 hatten sich auf verschiedenen Routen mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern der Karawane auf ihrem Weg nach Kobanê angeschlossen. Unter ihnen waren Journalistinnen, Landwirtinnen, Handwerkerinnen, Mitglieder eines europäischen Netzwerks gegen Femizid und Vertreterinnen der Städtepartnerschaft Göttingen-Tirbespiyê (Syrien).

Gewalt und Folter gegen Teilnehmer:innen der „Peoples’ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ in der Türkei

Istanbul / Hannover – 01.02.26    In der vergangenen Woche bereiste eine Delegation mehrerer Jugendorganisationen – unter ihnen auch Journalist:innen – sowie weitere Menschenrechts- und Friedens-Aktivist*innen die kurdischen Gebiete in der Türkei. Ihr Ziel, die dortigen Proteste gegen die militärische Eskalation in Syrien zu beobachten und an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Delegation war im Rahmen der „Peoples’ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ auf dem Weg zur türkisch-syrischen Grenze. Dort wollten sie ihre Solidarität mit den Menschen in der Stadt Kobanê zum Ausdruck bringen. Am Mittwoch war die Gruppe jedoch von der Polizei festgenommen worden, worüber auch deutsche Medien berichteten.

Nun erheben die Teilnehmenden der Delegation schwere Vorwürfe gegenüber den türkischen Beamten. Laut ihrer Aussage kam es während des Abschiebeprozesses zu massiver Gewalt.

Die Gruppe hatte am Donnerstagabend bereits in Istanbul in einem Flugzeug gesessen, mit dem sie nach Deutschland abgeschoben werden sollte. Im Flugzeug informierten sie die anderen Fluggäste über ihre Abschiebung. Daraufhin wurde die Gruppe gegen 21:40 Uhr Ortszeit unter Gewaltanwendung von türkischen Beamten aus dem Flugzeug gebracht.

„Direkt nach dem wir aus dem Flugzeug geholt wurden, begannen Beamte uns zu fesseln, wiederholt zu schlagen und uns zu bedrohen. Immer wieder wurden wir in Einzelzellen gebracht und teilweise über Stunden hinweg geschlagen“, sagte Anna Müller.

Zudem berichteten die Betroffenen von sexualisierten Übergriffen, erniedrigenden Behandlungen, sowie psychologischer Folter durch die Beamten. Nach ihre Ankunft in Deutschland ließen sie ihre Verletzungen ärztlich dokumentieren.

Teilnehmende der Delegation wiesen darauf hin, dass die Behandlungen ihnen gegenüber nur die Spitze des Eisbergs der Menschenrechtsverletzungen in der Türkei darstelle.

„Die Beamten reagierten vor allem angesichts von Äußerungen in kurdischer Sprache sowie politischer Äußerungen in Solidarität mit der demokratischen Selbstverwaltung in Syrien und im besonderen mit den Kurd:innen mit extremer Gewalt. Das Vorgehen zeigt, dass die systematische und institutionelle Unterdrückung der Kurd:innen sowie der demokratischen Opposition und der Presse in der Türkei weiterhin alltägliche Realität ist“, erklärte Lynn Bojang.

Während die Mitglieder der Delegation mittlerweile wieder in Deutschland angekommen sind, wurden am Freitagabend weitere 29 Mitglieder der „Peoples‘ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ in der Türkei festgenommen. Auch in diesem Fall muss massive Gewalt und Folter gegen die Betroffenen befürchtet werden. Derzeit befindet sich die Gruppe in Abschiebehaft in Istanbul. Ein direkter Kontakt besteht nicht. Wann sie genau abgeschoben werden, ist noch offen.

Für Nachfragen und Interviews stehen Mitglieder der Delegation zur Verfügung.

Anbei schicken wir Ihnen zur besseren Einordnung der Beweggründe der Delegation auch die erste Pressemitteilung zu ihrer Festnahme.

Pressekontakt:

Marlene Heldmann (Jugenddelegation): +49 1521 6870299

Pressekontakt Karawane: + 31613048773

An der Grenze zu Kobanê

Manchmal muss man unsichtbare Pfade gehen, um da anzukommen, wo man hinwill. Während ein Teil der Karawane an der türkischen Grenze aufgehalten wurde, verschwand ein anderer Teil für eine Weile, um in Suruc, Bakur, wieder aufzutauchen. Suruç ist 7 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, 7 Kilometer von der noch immer belagerten Stadt Kobane. Dort spitzt sich die humanitäre Lage noch immer zu. Die Versorgungslage ist schlecht, die Temperaturen niedrig. Während des sogenannten Waffenstillstands, der immer wieder von seiten der syrischen Armee gebrochen wird, baut der türkische Staat derzeit Panzer und Artilleriegerät an der Grenze zu Kobane auf.

Genau deswegen haben wir uns auf den Weg nach Kobane gemacht – um die Belagerung zu durchbrechen, um Solidarität zu zeigen und die Stadt der Hoffnung zu verteidigen. Die Stadt, die schon einmal den IS besiegt hat und dafür weltweit gefeiert wurde.

In Suruç angekommen wurden wir von der lokalen Bevölkerung und der DEM-Partei mit Blumen, Essen und Umarmungen in Empfang genommen. Wir hielten eine Pressekonferenz ab, die auch live im kurdischen Fernsehen übertragen wurde. Darin kritisierten wir die internationale Gemeinschaft, die sich noch immer nicht ausreichend zu den Angriffen auf die kurdische Bevölkerung und die Demokratische Selbstverwaltung positioniert. Im Gegenteil, es wird offen mit der sogenannten Übergangsregierung und dem islamistischen Machthaber al-sharaa kooperiert. Diese Kooperation muss sofort gestoppt werden.

Als wir nach der Beteiligung an einer Demonstration Suruc mit dem Bus verließen, wurden wir von der türkischen Polizei angehalten und festgenommen. Sie brachten uns mit Polizeibussen nach Urfa. Von dort soll es vermutlich weitergehen nach Istanbul. Es ist unklar, wie lange wir in Abschiebegewahrsam bleiben sollen.

Trotz Verhaftungen ließen wir uns nicht einschüchtern und blieben entschlossen. Durch die Polizeibusse tönten laut kurdische Lieder, so laut, dass der Busfahrer türkische nationalistische Lieder anmachte, um uns wiederum zu übertönen. Keine Chance. „Ich würde für dich sterben, Türkei“, hieß es in einem der tükisch-nationalistischen Lieder. Unsere Lieder zeugten vom Leben und vom gemeinsamen Widerstand. Wir werden weitersingen, weiterkämpfen.

Festnahme von Karawane nach Protest an türkisch-syrischer Grenze

Istanbul/Hannover 31.1.26 – Am Freitag gab die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit in der Stadt Pirsus/Suruc, an der türkisch-syrischen Grenze, eine Erklärung der Solidarität mit den Menschen der belagerten Stadt Kobanê ab. Darin kritisierte sie die internationale Gemeinschaft für ihre Unterstützung der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus und forderte sofortige Hilfe für die Menschen in Nord- und Ostsyrien/Rojava.

Nach der Teilnahme an einer Großdemonstration in Pirsus und ihrer Erklärung an die Presse wurde die Karawane am frühen Abend von der türkischen Polizei festgenommen. Insgesamt wurden 29 Teilnehmende mit unterschiedlichen europäischen Staatsangehörigkeiten, u.a. Irland, Frankreich, England, Deutschland, Spanien und Dänemark, verhaftet. Unter ihnen sind Journalist:innen, Landwirt:innen, Handwerker:innen, Mitglieder eines europäischen Netzwerks gegen Feminizide und Vertreter der Städtepartnerschaft Göttingen-Tirbespiyê (Syrien).

Gegen 19 Uhr Ortszeit stoppte die Polizei die Karawane in der Nähe der Stadt Pirsus/Suruc. Eine offizielle Erklärung für die Festnahme liegt derzeit nicht vor. Die Mitglieder der Karawane wurden in Polizeibussen in die Stadt Riha/Urfa gebracht. Von dort sollen sie laut Informationen von vor Ort nach Istanbul gebracht werden, um aus der Türkei abgeschoben zu werden.

„Das ist das letzte Video aus dem Polizeiauto zum Abschiebegefängnis. Wir rufen alle dazu auf, auf die Straßen zu gehen um die Belagerung der Stadt Kobanê und die Massaker zu beenden. Wir wollen, dass alle die Beteiligung der Türkei in diesem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung sehen. Dass alle ihre Stimme für Rojava erheben“, spricht Anna Ellenberger in den letzten Minuten vor der Verhaftung in die Kamera.

Bereits am 29.1. wurde eine Gruppe von 19 Personen von der Karawane auf ihrem Weg nach Kobanê, nahe der Stadt Mêrdîn/Mardin, von der türkischen Polizei verhaftet und am 30.1. nach Deutschland abgeschoben. Die Teilnehmenden erheben schwere Vorwürfe gegenüber der türkischen Polizei. Sie sprechen von Gewalt und Foltererfahrungen in der Abschiebehaft.

Auch das Mitglied des Deutschen Bundestages, Kassem Taher Saleh, äußerte sich in einer Erklärung, die er zur Unterstützung der Karawane verfasste.

„Ich fordere die Türkei auf, diesen Akt der Menschlichkeit zuzulassen und die Karawane passieren zu lassen. Ebenso fordere ich die Bundesrepublik Deutschland auf, nicht länger die Augen vor den schweren Menschenrechtsverbrechen zu verschließen, die von den islamistischen Milizen unter Führung von Al-Sharaa in Nordostsyrien verübt werden – und vor der Rolle, die regionale Akteure dabei spielen“, schrieb Kassem Taher Saleh.

Repressionen gegen Friedensaktivist:innen sind in der Türkei kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen wurden bereits hunderte Personen im Rahmen von Demonstrationen in Solidarität mit der Bevölkerung in Nord-Ost-Syrien in der Türkei festgenommen. Allein am Samstag, den 24.1.26 wurden nach Angaben der „Vereinigung freiheitlicher Journalist:innen“ ÖHD in Istanbul 95 Menschen bei einer Demonstration gegen die Belagerung von Kobanê in Gewahrsam genommen. Unter ihnen auch der örtliche DEM-Partei Vorsitzende Çınar Altan.

Pressekontakt:

Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobanê.

Verhaftungen in der Türkei und Protestaktion an der griechisch-türkischen Grenze – Die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit setzt ihren Protest fort

Thessaloniki/Ankara, 29.01.2026 – Um auf die humanitäre Situation und den Krieg in Syrien aufmerksam zu machen, protestierten gestern Mitglieder der „Karawane zur Verteidigungder Menschlichkeit“ an der griechisch-türkischen Grenze. Gleichzeitig wurden Mitglieder der Karawane, die sich auf dem Weg aus der kurdischen Stadt Amed (tr. Diyarbakir) Richtung syrischer Grenze befanden, durch die türkische Polizei Inhaftiert.

„Ich bin von Deutschland aus bis an die griechisch-türkische Grenze gereist, um klarzumachen, dass auch Europa eine Verantwortung dafür trägt, was in Syrien passiert. Es ist ein Skandal, dass die deutsche Regierung schweigt, wenn das türkische Militär in Syrien völkerrechtswidrig Krieg führt. Gerade jetzt muss sieihre diplomatischen Beziehungen nutzen, um auf ein Ende der
Gewalt und ein Ende der Angriffe auf die selbstverwalteten Gebiete zu drängen“, sagt Lea Bunse, die vor einem Jahr selbst durch einen türkischen Drohnenangriff verletzt wurde und gestern an der griechisch-türkischen Grenze protestierte.

Zeitgleich wurde ein Teil der Karawane, der sich bereits in der Türkei befand, durch die türkische Polizei festgenommen. Der Aufenthaltsort der 16 inhaftierten Personen, unter ihnen viele Jugendliche und einige Journalistinnen, ist derzeit noch unklar. Ob und wann sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden, ist bislang unklar. Während ihrer Verhaftung waren sie auf dem Weg von Amed (tr. Diyarbakir) nach Mêrdîn (tr. Mardin), von wo aus sie an die Grenze nach Kobane weiter wollten.

„Wir lassen uns von diesen Repressionen nicht einschüchtern. Die Haltung des türkischen Staates ist nicht neu: Immer wieder stellt er sich an die Seite von Islamisten, schränkt demokratische Rechte ein und verweigert humanitäre Hilfe“, sagt Livia Selmi, die sich aus Italien dem Protest angeschlossen hat.

Währenddessen spitzt sich die humanitäre Lage in der Stadt Kobane und in der gesamten Region der demokratischen Selbstverwaltung weiter zu. In Kobane fehlt es an grundlegender Versorgung, das machen die Nachrichten, die in den letzten Tagen aus der Stadt kommen, deutlich. Die militärischen Angriffe der islamistischen Milizen und der Türkei gehen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter.

„Ich habe mich aus Hannover auf den Weg gemacht, um solidarisch an der Seite der Menschen in Kobane zu stehen. Denn die Situation in der Stadt ist katastrophal: Brot, Wasser, Strom und Medikamente sind kaummehr verfügbar. Gleichzeitig führen islamistische Milizen, die an anderen Orten bereits Massaker an Zivilisten begangen haben, und das türkische Militär, ihre Angriffe fort“, betont Gesa Jonasson.

Pressekontakte:

Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287

Teilnehmende der Karawane Lea Bunse: +49 176 1486 3535

Weitere Sprecher:innen für unterschiedlichen Sprachen sind unter dem allgemeinen Kontakt des Presseteams zu erreichen +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

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Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit steht vor Grenzübertritt in die Türkei

28. Januar 2026, Thessaloniki – Mit der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ setzen mehr als einhundert Menschen aus über 10 verschiedenen europäischen Ländern ein Zeichen der Solidarität mit der Bevölkerung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES). Diese wird seit Wochen von der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus, mit Unterstützung der türkischen Armee, angegriffen.

Bis nach Thessaloniki zog die Karawane über mehrere Routen durch Europa. Heute plant sie, in die Türkei einzureisen. Von dort setzt sie ihre Reise bis an die syrisch-türkische Grenze zur Stadt Kobane fort. Dort wollen die Teilnehmer*innen die Menschen in ihrem Widerstand gegen die Belagerung der Stadt unterstützen und auf die dramatische humanitäre Lage vor Ort aufmerksam machen.

Wir stehen an der Seite der Menschen in Nord- und Ostsyrien und unterstützen ihren Einsatz für Demokratie, Frieden und Freiheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie erneut vor der Herrschaft von Islamist:innen zittern müssen. Rojava zu verteidigen bedeutet, die Menschlichkeit zu verteidigen“, so Ségolène Ogier, die aus Frankreich an der Karawane teilnimmt.

Mitten im syrischen Bürgerkrieg der letzten Jahre wurde mit der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES), auch bekannt als Rojava, ein demokratisches Gesellschaftsmodell aufgebaut. Dieses stellt die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, den Aufbau demokratischer Räte und eine ökologische Wirtschaft ins Zentrum. Im Norden Syriens ist so ein friedliches Zusammenleben vielfältiger ethnischer und religiöser Gruppen ermöglicht worden, darunter Kurd:innen, Araber:innen, Assyrer:innen, Christ:innen und Drus:innen.

Die nun durch Truppen der syrischen Übergangsregierung belagerte Stadt Kobanê wurde 2014 zum internationalen Symbol des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat. Durch den Widerstand der Bevölkerung und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) konnte die Stadt verteidigt, der IS immer weiter zurückgedrängt und schließlich 2017 militärisch besiegt werden.

Die Menschen, die die Welt vor dem Islamischen Staat befreiten, der auch in Europa für Angst und Schrecken sorgte, werden heute erneut von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen“, so Gesa Jonasson, eine der Sprecherinnen der Karawane.

Die Teilnehmer*innen der Karawane kritisieren die fehlende Haltung der europäischen Staaten gegen die Regierung in Damaskus und fordern die politische Anerkennung der Demokratischen Selbstverwaltung. Anstatt die dokumentierten Kriegsverbrechen der syrischen Übergangsregierung zu verurteilen, wird der selbsternannte syrische Präsident al-Scharaa als Staatsgast empfangen.

Die schweren Angriffe, die katastrophale humanitäre Situation und die stattfindenden Vertreibungen durch die syrische Armee mit Unterstützung der türkischen Armee destabilisieren zunehmend die gesamte Region. Zugleich gefährden sie die Sicherheit Europas. Bereits jetzt konnten infolge der Angriffe hunderte IS-Gefangene aus den Gefängnissen in Nord- und Ostsyrien entkommen. Damit droht ein Wiedererstarken des IS.

Pressekontakte:

Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287

Weitere Sprecher:innen für unterschiedlichen Sprachen sind unter dem allgemeinen Kontakt des Presseteams zu erreichen +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

Ein Tag in Thessaloniki

Tag V

Heute begannen wir unseren Tag mit einer Vollversammlung, um unsere nächsten Schritte zu besprechen. Das erste große Treffen des Tages zeigte uns einmal mehr, wie wichtig es ist, zusammenzukommen. Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen für ihre starken Worte!

Später wurden wir von einigen Freund:innen aus Thessaloniki zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Wir verbrachten einige Zeit in der Nähe des Meeres, um zu essen, uns kennenzulernen und uns auf die Demonstration am Abend vorzubereiten. Der Ort, an dem wir zu Mittag aßen, ist eine ehemalige Schule, die wegen Bauschäden geschlossen wurde. Die Anwohner:innen kämpften lange für die Wiedereröffnung der Schule. Nachdem der Staat dies endgültig abgelehnt hatte, wurde sie besetzt und ist mittlerweile ein soziales Zentrum. Dort gibt es ein sehr vielfältiges, selbstorganisiertes Programm, das von Tanzkursen über Sprachkurse bis hin zu offenen Versammlungen reicht.

Am Abend gingen wir mit 200 Menschen auf die Straße! Wir hatten eine laute und kraftvolle Demonstration und haben viel getanzt. Schaut euch gern unsere Videos und Aufnahmen an, um einen Eindruck zu bekommen!

Diese Stimmung von der Straße begleitete uns bis ins Hostel, wohin wir im Anschluss zurückgingen: Wir spielten zusammen Gitarre und sangen das neu komponierte Karawanenlied. Diesen Geist werden wir in den nächsten Tagen auf die Straße und morgen weiter auf die Reise tragen!

Bleibt dran & gute Nacht!

Die Karawane ist in Thessaloniki angekommen

Die Karawane ist in Thessaloniki angekommen

4. Tag

In Belgrad wurden die Mitglieder der Karawane, nachdem sie gestern im Kurdischen Café empfangen worden waren, von verschiedenen Familien beherbergt. Am nächsten Morgen fand eine Pressekonferenz statt. Eines der Hauptthemen war der Welt-Kobanê-Tag, an dem die Befreiung Kobanês vom Islamischen Staat vor elf Jahren im Jahr 2025 gefeiert wird.

Nach dem Frühstück brach die Karawane zu einer vierstündigen Fahrt nach Thessaloniki in Griechenland auf. Währenddessen gingen erneut Menschen auf die Straße, um gegen die Angriffe auf Rojava zu protestieren, ihre Unterstützung für die Bevölkerung von Kobanê zu bekunden, ihrer Wut Ausdruck zu verleihen und auch die Volkskarawane zur Verteidigung der Menschlichkeit zu begrüßen.

Morgen werden die Mitglieder der Karawane die türkische Grenze überqueren und sich auf den Weg nach Ankara machen…

Stay tuned! Berxwedan Jîyan e! Bis bald auf der Straße!

Zwei in Syrien verletzte Deutsche schließen sich Karawane nach Kobane an

27.01.2026, ThessalonikiDie deutschen Friedensaktivist:innen Lea Bunse und Jakob Rihn haben sich der Aktion „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ angeschlossen. Beide wurden vor einem Jahr bei der zivilen Verteidigung des Tişrîn-Staudamms am Euphrat in Nord- und Ostsyrien durch türkische Drohnenangriffe verletzt. Nun wollen sie bis an die türkisch-syrische Grenze reisen, um medizinische Unterstützung zu leisten und auf die dramatische Versorgungslage im Norden Syriens aufmerksam zu machen.

Lea Bunse, Umweltaktivistin aus dem Landkreis Heilbronn, und Jakob Rihn, Physiotherapeut aus Brandenburg, waren bereits im Januar des vergangenen Jahres Teil der Friedenswache am Tişrîn-Staudamm. Damals war es zu schweren Angriffen auf die demokratische Selbstverwaltung durch islamistische Milizen, unterstützt durch die türkische Armee gekommen. Dabei wurden 22 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

Wir haben am eigenen Körper erfahren, was es bedeutet, unter Beschuss verletzt zu werden – und wie schwierig die medizinische Versorgung und humanitäre Situation in einer solchen Situation ist. Daher ist die Arbeit der medizinischen Kräfte vor Ort so wichtig, sagt Lea Bunse.

Damals kamen tausende von Menschen aus allen Teilen Nord- und Ostsyriens zusammen, um diese wichtige zivile Infrastruktur Syriens, die Strom für Millionen Haushalte lieferte, zu schützen und seine Zerstörung zu verhindern. Sie stellten sich mit ihren eigenen Körpern den islamistischen Milizen und den Drohnenangriffen entgegen.

Bunse und Rihn wurden bei gezielten Drohnenangriffen der türkischen Armee auf die zivile Mahnwache verwundet. Die medizinische Erstversorgung der Verletzten erfolgte damals unter extremen Bedingungen, da auch Krankenwagen und medizinisches Personal selbst Ziel von Angriffen wurden.

Aufgrund unserer Verletzungen mussten wir zurück nach Deutschland. Doch im Herzen sind wir immer noch an der Seite der Menschen dort.Alles was gerade passiert erinnert uns an die Situation von vor einem Jahr. Wieder werden Zivilisten gezielt angegriffen. Wieder wird versucht das demokratische Zusammenleben der Menschen in Syrien zu zerstören“, so Rihn.

Mit ihrer Teilnahme an der Karawane möchten sie nicht nur Öffentlichkeit schaffen, sondern auch konkrete medizinische Unterstützung leisten. Außerdem wollen sie internationale Hilfsorganisationen auffordern, sich klar gegen die anhaltenden Kriegsverbrechen zu positionieren. Auch Spenden wollen sie, zusammen mit dem Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurdistanê), für die Unterstützung der Menschen organisieren. Für all diese Anliegen haben sie sich als „Medical Support Caravan“ zusammengeschlossen.

Beide stehen für Interviews und Pressegespräche zur Verfügung.

Pressekontakte:

Lea Bunse und Jakob Rihn +491639485993

E-Mail zur Medical Support Caravan: medicalsupportcaravan@proton.me

E-mail: medicalsupportcaravan@proton.me

Instagram: @Medicalvisabilitycaravan

Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Ziele der internationalen Karawane ist es, das internationale Schweigen angesichts der Verbrechen des syrischen Militärs zu brechen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzten. Ihr Reiseziel ist die kurdische Stadt Kobane in Syrien, die derzeit vom Militär der islamistischen Übergangsregierung des syrischen Staates angegriffen und belagert wird.