Gewalt und Folter gegen Teilnehmer:innen der „Peoples’ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ in der Türkei

Istanbul / Hannover – 01.02.26    In der vergangenen Woche bereiste eine Delegation mehrerer Jugendorganisationen – unter ihnen auch Journalist:innen – sowie weitere Menschenrechts- und Friedens-Aktivist*innen die kurdischen Gebiete in der Türkei. Ihr Ziel, die dortigen Proteste gegen die militärische Eskalation in Syrien zu beobachten und an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Delegation war im Rahmen der „Peoples’ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ auf dem Weg zur türkisch-syrischen Grenze. Dort wollten sie ihre Solidarität mit den Menschen in der Stadt Kobanê zum Ausdruck bringen. Am Mittwoch war die Gruppe jedoch von der Polizei festgenommen worden, worüber auch deutsche Medien berichteten.

Nun erheben die Teilnehmenden der Delegation schwere Vorwürfe gegenüber den türkischen Beamten. Laut ihrer Aussage kam es während des Abschiebeprozesses zu massiver Gewalt.

Die Gruppe hatte am Donnerstagabend bereits in Istanbul in einem Flugzeug gesessen, mit dem sie nach Deutschland abgeschoben werden sollte. Im Flugzeug informierten sie die anderen Fluggäste über ihre Abschiebung. Daraufhin wurde die Gruppe gegen 21:40 Uhr Ortszeit unter Gewaltanwendung von türkischen Beamten aus dem Flugzeug gebracht.

„Direkt nach dem wir aus dem Flugzeug geholt wurden, begannen Beamte uns zu fesseln, wiederholt zu schlagen und uns zu bedrohen. Immer wieder wurden wir in Einzelzellen gebracht und teilweise über Stunden hinweg geschlagen“, sagte Anna Müller.

Zudem berichteten die Betroffenen von sexualisierten Übergriffen, erniedrigenden Behandlungen, sowie psychologischer Folter durch die Beamten. Nach ihre Ankunft in Deutschland ließen sie ihre Verletzungen ärztlich dokumentieren.

Teilnehmende der Delegation wiesen darauf hin, dass die Behandlungen ihnen gegenüber nur die Spitze des Eisbergs der Menschenrechtsverletzungen in der Türkei darstelle.

„Die Beamten reagierten vor allem angesichts von Äußerungen in kurdischer Sprache sowie politischer Äußerungen in Solidarität mit der demokratischen Selbstverwaltung in Syrien und im besonderen mit den Kurd:innen mit extremer Gewalt. Das Vorgehen zeigt, dass die systematische und institutionelle Unterdrückung der Kurd:innen sowie der demokratischen Opposition und der Presse in der Türkei weiterhin alltägliche Realität ist“, erklärte Lynn Bojang.

Während die Mitglieder der Delegation mittlerweile wieder in Deutschland angekommen sind, wurden am Freitagabend weitere 29 Mitglieder der „Peoples‘ Caravan – Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ in der Türkei festgenommen. Auch in diesem Fall muss massive Gewalt und Folter gegen die Betroffenen befürchtet werden. Derzeit befindet sich die Gruppe in Abschiebehaft in Istanbul. Ein direkter Kontakt besteht nicht. Wann sie genau abgeschoben werden, ist noch offen.

Für Nachfragen und Interviews stehen Mitglieder der Delegation zur Verfügung.

Anbei schicken wir Ihnen zur besseren Einordnung der Beweggründe der Delegation auch die erste Pressemitteilung zu ihrer Festnahme.

Pressekontakt:

Marlene Heldmann (Jugenddelegation): +49 1521 6870299

Pressekontakt Karawane: + 31613048773

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