Verhaftungen in der Türkei und Protestaktion an der griechisch-türkischen Grenze – Die Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit setzt ihren Protest fort

Thessaloniki/Ankara, 29.01.2026 – Um auf die humanitäre Situation und den Krieg in Syrien aufmerksam zu machen, protestierten gestern Mitglieder der „Karawane zur Verteidigungder Menschlichkeit“ an der griechisch-türkischen Grenze. Gleichzeitig wurden Mitglieder der Karawane, die sich auf dem Weg aus der kurdischen Stadt Amed (tr. Diyarbakir) Richtung syrischer Grenze befanden, durch die türkische Polizei Inhaftiert.

„Ich bin von Deutschland aus bis an die griechisch-türkische Grenze gereist, um klarzumachen, dass auch Europa eine Verantwortung dafür trägt, was in Syrien passiert. Es ist ein Skandal, dass die deutsche Regierung schweigt, wenn das türkische Militär in Syrien völkerrechtswidrig Krieg führt. Gerade jetzt muss sieihre diplomatischen Beziehungen nutzen, um auf ein Ende der
Gewalt und ein Ende der Angriffe auf die selbstverwalteten Gebiete zu drängen“, sagt Lea Bunse, die vor einem Jahr selbst durch einen türkischen Drohnenangriff verletzt wurde und gestern an der griechisch-türkischen Grenze protestierte.

Zeitgleich wurde ein Teil der Karawane, der sich bereits in der Türkei befand, durch die türkische Polizei festgenommen. Der Aufenthaltsort der 16 inhaftierten Personen, unter ihnen viele Jugendliche und einige Journalistinnen, ist derzeit noch unklar. Ob und wann sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden, ist bislang unklar. Während ihrer Verhaftung waren sie auf dem Weg von Amed (tr. Diyarbakir) nach Mêrdîn (tr. Mardin), von wo aus sie an die Grenze nach Kobane weiter wollten.

„Wir lassen uns von diesen Repressionen nicht einschüchtern. Die Haltung des türkischen Staates ist nicht neu: Immer wieder stellt er sich an die Seite von Islamisten, schränkt demokratische Rechte ein und verweigert humanitäre Hilfe“, sagt Livia Selmi, die sich aus Italien dem Protest angeschlossen hat.

Währenddessen spitzt sich die humanitäre Lage in der Stadt Kobane und in der gesamten Region der demokratischen Selbstverwaltung weiter zu. In Kobane fehlt es an grundlegender Versorgung, das machen die Nachrichten, die in den letzten Tagen aus der Stadt kommen, deutlich. Die militärischen Angriffe der islamistischen Milizen und der Türkei gehen trotz vereinbarter Waffenruhe weiter.

„Ich habe mich aus Hannover auf den Weg gemacht, um solidarisch an der Seite der Menschen in Kobane zu stehen. Denn die Situation in der Stadt ist katastrophal: Brot, Wasser, Strom und Medikamente sind kaummehr verfügbar. Gleichzeitig führen islamistische Milizen, die an anderen Orten bereits Massaker an Zivilisten begangen haben, und das türkische Militär, ihre Angriffe fort“, betont Gesa Jonasson.

Pressekontakte:

Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287

Teilnehmende der Karawane Lea Bunse: +49 176 1486 3535

Weitere Sprecher:innen für unterschiedlichen Sprachen sind unter dem allgemeinen Kontakt des Presseteams zu erreichen +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ entstand als Reaktion vieler engagierter Menschen in Europa auf die zunehmenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, auch bekannt als Rojava. Die Teilnehmenden der Karawane verbindet das Ziel, ein starkes Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien zu setzen. In den letzten Tagen haben sich ihr mehr als einhundert Menschen aus über 10 Ländern angeschlossen. Über verschiedene Routen ist die Karawane auf dem Weg in Richtung der türkisch-syrischen Grenze zur umzingelten Stadt Kobane.

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