Zwei in Syrien verletzte Deutsche schließen sich Karawane nach Kobane an

27.01.2026, ThessalonikiDie deutschen Friedensaktivist:innen Lea Bunse und Jakob Rihn haben sich der Aktion „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ angeschlossen. Beide wurden vor einem Jahr bei der zivilen Verteidigung des Tişrîn-Staudamms am Euphrat in Nord- und Ostsyrien durch türkische Drohnenangriffe verletzt. Nun wollen sie bis an die türkisch-syrische Grenze reisen, um medizinische Unterstützung zu leisten und auf die dramatische Versorgungslage im Norden Syriens aufmerksam zu machen.

Lea Bunse, Umweltaktivistin aus dem Landkreis Heilbronn, und Jakob Rihn, Physiotherapeut aus Brandenburg, waren bereits im Januar des vergangenen Jahres Teil der Friedenswache am Tişrîn-Staudamm. Damals war es zu schweren Angriffen auf die demokratische Selbstverwaltung durch islamistische Milizen, unterstützt durch die türkische Armee gekommen. Dabei wurden 22 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

Wir haben am eigenen Körper erfahren, was es bedeutet, unter Beschuss verletzt zu werden – und wie schwierig die medizinische Versorgung und humanitäre Situation in einer solchen Situation ist. Daher ist die Arbeit der medizinischen Kräfte vor Ort so wichtig, sagt Lea Bunse.

Damals kamen tausende von Menschen aus allen Teilen Nord- und Ostsyriens zusammen, um diese wichtige zivile Infrastruktur Syriens, die Strom für Millionen Haushalte lieferte, zu schützen und seine Zerstörung zu verhindern. Sie stellten sich mit ihren eigenen Körpern den islamistischen Milizen und den Drohnenangriffen entgegen.

Bunse und Rihn wurden bei gezielten Drohnenangriffen der türkischen Armee auf die zivile Mahnwache verwundet. Die medizinische Erstversorgung der Verletzten erfolgte damals unter extremen Bedingungen, da auch Krankenwagen und medizinisches Personal selbst Ziel von Angriffen wurden.

Aufgrund unserer Verletzungen mussten wir zurück nach Deutschland. Doch im Herzen sind wir immer noch an der Seite der Menschen dort.Alles was gerade passiert erinnert uns an die Situation von vor einem Jahr. Wieder werden Zivilisten gezielt angegriffen. Wieder wird versucht das demokratische Zusammenleben der Menschen in Syrien zu zerstören“, so Rihn.

Mit ihrer Teilnahme an der Karawane möchten sie nicht nur Öffentlichkeit schaffen, sondern auch konkrete medizinische Unterstützung leisten. Außerdem wollen sie internationale Hilfsorganisationen auffordern, sich klar gegen die anhaltenden Kriegsverbrechen zu positionieren. Auch Spenden wollen sie, zusammen mit dem Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurdistanê), für die Unterstützung der Menschen organisieren. Für all diese Anliegen haben sie sich als „Medical Support Caravan“ zusammengeschlossen.

Beide stehen für Interviews und Pressegespräche zur Verfügung.

Pressekontakte:

Lea Bunse und Jakob Rihn +491639485993

E-Mail zur Medical Support Caravan: medicalsupportcaravan@proton.me

E-mail: medicalsupportcaravan@proton.me

Instagram: @Medicalvisabilitycaravan

Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773

Über die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“

Ziele der internationalen Karawane ist es, das internationale Schweigen angesichts der Verbrechen des syrischen Militärs zu brechen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzten. Ihr Reiseziel ist die kurdische Stadt Kobane in Syrien, die derzeit vom Militär der islamistischen Übergangsregierung des syrischen Staates angegriffen und belagert wird.

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