24.01.2026, Wien – Die „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ erreicht mit über 100 Menschen das österreichische Wien. Auf vier verschiedenen Routen haben sich Menschen aus Europa auf den Weg nach Kobane gemacht, um die Menschen vor Ort in ihrem Widerstand gegen die Belagerung durch die syrische Armee zu unterstützen.
„Heute haben uns Nachrichten erreicht, dass die Versorgung in der Stadt Kobane zusammengebrochen ist. Die islamistische syrische Armee versperrt alle Zugangswege in die Stadt. Zwischen diesen Soldaten und dem Islamischen Staat, der vor einigen Jahren die Stadt angriff, ist kein großer Unterschied. Wie kann es sein, dass diese Stadt und ihre Bewohner:innen, die zum Symbol des Widerstands gegen den IS wurden, in dieser schwierigen Situation allein gelassen werden“, kritisiert Gesa Jonasson, Sprecherin der Karawane.
Die Teilnehmer:innen der Karawane sind aus verschiedenen Regionen Europas zusammengekommen unter anderem aus Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Katalonien und England. Die weiteste Anreise hatten Teilnehmende aus Kolumbien.
„Wir in Kolumbien wissen, was es heißt, im Krieg zu leben. Auch unser Land wurde zerstört. Doch die starken Frauen in Rakka, die ich auf meiner Reise in die Region 2025 kennengelernt habe, haben mich mit ihrem Mut und Widerstand gegen den IS sehr beeindruckt“, betont Lalo Londono aus Kolumbien.
Viele Jahre war die arabische Stadt Rakka die Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staates (IS), bis sie im Oktober 2017 von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) befreit wurde. Unter den Kämpfer:innen waren auch viele arabische Frauen aus der Region. Vor wenigen Tagen nahm die syrische Armee die Stadt gegen den Widerstand der SDF ein. Viele Teilnehmende der Karawane eint die Sorge, dass durch den Krieg der Regierung aus Damaskus islamistische Kräfte wie der IS in der gesamten Region wieder erstarken. Bereits nach der Machtübernahme der selbsternannten Übergangsregierung war es zu Massakern an verschiedenen Minderheiten in Syrien gekommen.
„Die demokratische Selbstverwaltung steht für direkte Demokratie, Freiheit der Frau und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, wie Drusen, Kurden, Assyrer und vielen mehr. Das nun genau diesen Menschen eine humanitäre Katastrophe droht, wie gerade in Kobane, können wir nicht schweigend hinnehmen“, sagt Zozan Kisa, Teilnehmende der Karawane.
Am 25.01.2026 findet eine Kundgebung mit einem Pressetermin auf dem Heldenplatz in Wien statt. Von dort aus wird die Karawane ihren Weg über Serbien, Griechenland und die Türkei zur syrisch-türkischen Grenze fortsetzen.
Pressekontakt:
Teilnehmende der Karawane aus Frankfurt am Main: Zozan Kisa + 49 157 332 08412
Sprecherin der Karawane: Gesa Jonasson +49 163 1439287
Presseteam der europaweiten Karawane: +31 6130 48773
